Kunstfest - Pankow

Im Schlosspark Schönhausen
Bobo In White Wooden Houses
Kurze Rückblende. Anfang der Neunziger Jahre sorgte eine Ostberliner Indieband für Furore. Ihr selbst produziertes
Album wurde unter der Schirmherrschaft Renner/ Husemann (heute Motor) sogleich „Major“ veröffentlicht, mit ihrem
Hit „Hole in Heaven“ war die Band Bobo in White Wooden Houses in aller Munde.
Auftritte im Vorprogramm von Billy Bragg und John Cale, ein Hauch der weiten Welt. Bald füllten sie selbst große
Hallen. Aber dann musste die Band den Verlust ihres Gitarristen betrauern und alles wurde anders.
Das nächste Album wurde von Moses Schneider (Beatsteaks) & Ben Lauber produziert, man reiste nach England,
Mitstreiter von Prodigy saßen am Mischpult- mit „Cosmic Ceiling“ brach für Bobo eine neue Zeit an. Weg vom Folkpop,
hin zu Electrobeat und Ambient. Aufbruchstimmung, alles sollte anders sein.
Nachdem sie dann 1996, mit dem London Session Orchestra unter der Leitung von Wil Malone, ihr bis dahin reifstes
Album veröffentlicht hatte, wurde es plötzlich ruhig um sie.
Es schien, als hätte Bobo die Fensterläden ihrer weißen Holzhäuser lange Zeit nach innen geklappt: Im Radio hörte
man ihre Stimme derweil als Rammsteins „Engel“ oder auf verschiedenen Dancetracks von Blank&Jones.
Auf die Frage, wo sie denn all die Jahre gesteckt hat, würde sie vermutlich antworten: in den White Wooden Houses
natürlich! Und damit wäre ihre ganz eigene Welt gemeint, die auch in den Jahren, in denen man nicht viel von ihr gehört
hat und in denen es aus diesen und jenen Gründen schwer war, überhaupt etwas zu veröffentlichen, ungebrochen vom
Spirit der Musik genährt war.
Dann - 2007- kamen plötzlich gleich zwei Alben zur selben Zeit heraus. Ein selbst produziertes und im Alleingang
veröffentlichtes Singer/Songwriter-Album und gleichzeitig „Lieder von Liebe und Tod“, ein mutiges Werk mit
Neuinterpretationen deutschen Volkslieder und Texten der Romantik, für das sie im Jahr darauf den deutschen
Weltmusikpreis bekommen hat . Scheinbar völlig verschiedene Welten, aber nicht für Bobo. Wer sie genauer kennt, kann
die Verbindung spüren.
Und ob sie nun alte Volksweisen in völlig unkonventioneller Weise interpretiert oder ein weiteres Licht in ihren „Houses“
entzündet:, im Zentrum steht ihre klare Stimme, die Liebe zum Gesang, Leidenschaft und der Wille, das Leben mit
schöner Musik zu füllen. Zurück in den Häusern BMG und Motor und gerüstet mit ihrem neuen Album „Transparent“,
brechen die reunierten White Wooden Houses nun auf zu neuen Ufern. Am Bass und Schlagzeug die Männer der
Urbesetzung, Lexa Schäfer und Andrew McGuiness, an der Gitarre: Jan Stolterfoht, der mit seinem psychodelischen
Gitarrensound und als Produzent des Albums mehr als nur ein neuer Weggefährte ist.
Im Frühling 2010 werden wir ihr neues Album hören! Live eingespielt, in einem alten Kinosaal auf der Ostseeinsel Rügen
und später in der Berliner Chill Factory in Form gegossen ist daraus eine Art Konzeptalbum geworden, auf dem sich
Popsongs und improvisierte Stimmungen abwechseln. Da sind die Stolterfohtschen Gitarren, deren Vibe manchmal an
Pink Floyd erinnert und Bobos Stimme auf Wolken schweben lassen, Lexas treibender Bass, Chöre und Pianoklänge:
Musik, die klingt, wie in Bewegung versetzte Bilder.
Lieder wie „Courage“, die das Wagnis ,immer wieder neu zu beginnen, zelebrieren oder „So Called Pride“, eine vom
Klavier getragene Ballade, die mit verletztem Stolz ringt, das feierliche „Keep Movin Òn“ oder auch der Titelsong des
Albums „Transparent“ werden das Herz eines jeden White Wooden Houses Fans höher schlagen lassen.
Und sicher nicht nur die.

Die Website der/des Künstler/s finden Sie HIER!